Yoga Atmung – ujjaji pranayama- auch in der Atemtherapie einsetzbar

Im Yoga ist Prana die Lebensenergie. Konkret ist es das Gefühl des Durchströmens, das wir im Körper durch die Atmung wahrnehmen können. Yama und Ayama bedeuten Verteilung, Lenkung  bzw Zurückhaltung der Energie. Durch Pranayama lassen wir Energiekreisläufe entstehen bzw. wir verbinden uns mit dem reinem, neutralen Gefühl des Aufsteigens und Loslassens bzw. wieder Erdung finden.

Ujjaji ist die rauschende Atmung. Durch die leichte Verengung der Stimmritze entsteht das Geräuch. Prana wird leicht zurückgehalten und kann dadurch das gesamte Nadi (Energiekanal) System durchströmen. Daher gilt Ujjaji als geeignete Atmung um den Pranakörper, den energetischen Körper zu erwecken, zu erfahren und erleben.

Im Pranayama für die höheren Cakren werden meist subtilere Atemtechniken verwendet bzw. muss das Ujjaji verfeinert werden.

Das Präfix Uj bedeutet wie in Uddhi, Urdhva, Upaja und Utka aufsteigend, also aufsteigende Energie. Der vedische Ursprung ist durch  die Metapher des aufsteignden Schwanes ‘Hamsa’ verkörpert. Jeder Yogi hat das Ziel sein Energiepotential vom Sakrum zu erwecken und entlang der Wirbelsäule aufsteigen zu lassen.  Dadurch kann er sich mit inneren und äusseren kosmischen Energiekreisläufen verbinden.

Jajaha ist ein Ausruf, der sich auch schon in Patanjalis Yoga Sutras findet. Es bedeutet siegreich. Yoga jayaha ist eine Ausruf, das Yoga, die innere Gelassenheit am Ende über falsche Anhaftungen siegen wird.

Die folgende Anleitung verbindet die Atmung mit einer physischen Ausrichtung, so das die Atmung auch im therapeutischen Bereich einsetzbar ist. Dadurch werden Haltung- und Bewegungsmuster verbessert und der yogische Energiekreislauf aktiviert.,

 

Atemanleitung
Atme langsam und bewußt ein. Die Einatmung beginnt mit der Wahrnehmung des Zwerchfells und der angenehmen Sogwirkung durch die Entspannung der Bauchdecke (udara). Die Bauchdecke wölbt sich. Der Beckenboden gibt seinen Impuls (mula kriya). Das Becken richtet sich auf. Der untere Rücken (lumbo-sakraler Bereich) entspannt sich. Energie kann vorne durch die Mitte aufsteigen (madhya).
Dann folgt die Flankenatmung durch die Weitstellung der Rippen seitlich. Das Gefühl von Leichtigkeit und Flow entsteht.
Atme bis in die Schulterspitzen, so das sich die oberen Rippen vorne ausweiten können, Der Herzraum (hrdaya) weitet sich dauerhaft
Der Kopf richtet sich auf, der Nacken gewinnt an Länge. Es entsteht Raum über die Körpergrenzen hinaus.
Bei der Ausatmung lasse los, so das die Wirbelsäule zurückschwingen kann.

Siehe Ansatz und Ursprung des Zwerchfellmuskels
Die Rippenanteile des Zwerchfells (pars costalis) und die Lendenanteile (pars lumbalis) arbeiten zusammen.

Beckenaufrichtung
Die Atemdruckwelle verläuft näherungsweise senkrecht nach unten, Der Beckenboden schwingt mit den Zwerchfellbewegungen mit. Bei aufgerichtetem Becken trifft die Atemdruckwelle gleichmäßig auf alle Abschnitte des Beckenbodens.
Bei nach vorne gekippten Becken mit hyperlordotischer Lendenwirbelsäule können die Flanken sich nicht öffnen, die hinteren Zwerchfellschenkel bleiben inaktiv, die Lungenbasis kann sich dorsobasal (nach hinten unten) nicht voll entfalten. Die Atemdruckwellen pflanzen sich bei starker Holkreuzhaltung nicht vertikal nach unten fort, sondern schräg nach ventro – kaudal (bauchwärts). Die Inspiration tonisiert den Beckenboden. Der Beckenbodenimpuls richtet das Becken auf.
Expiratorisch gibt der Beckenboden exzentrisch dosiert nach.

Rippen und Atemhilfmuskulatur
Die Rippenanteile des Zwerchfells (pars costalis) arbeiten mit der Atemhilfsmuskulatur. Das Zwerchfell (pars costalis) kontrahiert sich und beginnt sich abzusenken. Die unteren Rippen werden durch die Zwischenrippenmuskeln weit gestellt und leicht angehoben.
Die spezielle Gelenkmechanik zwischen Wirbelkörpern und Rippen, der wachsende abdominale Widerstand und die Atemhilfsmuskulatur sorgen dafür. Zwerchfellsenkung, Weitstellung und Anheben der Rippen erfolgen nacheinander.
Gelenksmechanik der Rippen: Costovertebral Gelenke (Rippenbogengelenke) sind Kugelgelenke mit einem zweiten Gelenkkontakt kurz nach dem Abgang der Rippe. Dadurch wird der Brustkorb bei Inspiration unten geweitet und oben angehoben.
Die Mm. Scaleni unterstützen das Anheben der oberen Rippen vorne.

Atmung durch Bewegung
Die Bewegungsmuskeln der Wirbelsäule werden automatisch in ihrer Gesamtheit zu Hilfsmuskeln der Atmung.
Eine Atemtherapie in Verbindung mit Bewegungstherapie kann das Widerentdecken des Atemvolumen sehr einfach machen. Die Übertragung in den Alltag ist mit angelegt.
– Beckenaufrichtung wird verstärkt durch das Absinken des Sitzbeinhöcker. Der Atemraum hinten unten kann sich optimal öffnen.
– Die Flanken weiten sich durch die Aufrichtung der Wirbelsäule verstärkt durch gegenläufige Bewegung der Rippen in der Kreuzgangbewegung.
– Die oberen Rippen heben sich bei Beweglichkeit des Sternums und der Zwischenrippenmusklen. Die Drehbewegung des Kopfes aktiviert die Mm. Scaleni.

 

Weitere Info
ANNA TRÖKES – UJJAYI – DIE SIEGREICHE ATMUNG